Coburger Fuchsschafe

Seit Juni 2003 beherbergt das Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte des Bezirks Oberfranken zwei Coburger Fuchsschafe.

Bei den Fuchsschafen handelt es sich um eine alte Landrasse, die im 19. Jahrhundert weite Teile der europäischen Mittelgebirge besiedelte. Meist benannt nach den örtlichen Zuchtgebieten, waren sie unter vielen Namen bekannt: Eisfelder Fuchsschaf, Westerwälder Füchse, Goldfüchse, Eisfelder Füchse u. v. m. Durch die allgemeine Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wenige Rassen mit hoher Fleischleistung und feiner Wolle zu züchten, wurden die Landschafe systematisch dezimiert, manche Rassen wurden vollends ausgerottet.

Dass dem Fuchsschaf dieses Schicksal erspart blieb, ist Otto Stritzel, einem Tuchhändler aus dem Fichtelgebirge, zu verdanken. Auf der Suche nach einem bodenständigen und widerstandsfähigen Schaf, das ihm außerdem die geeignete Wolle brachte, stieß Stritzel auf das Coburger Fuchsschaf. Nachdem er in den Mittelgebirgen nach schönen Tieren, die noch die Merkmale dieser alten Landrasse zeigten, gesucht hatte, begann er im Jahr 1945 mit 30 Schafen seine Zucht.

In den ersten Jahren hatten die Tiere gefleckte Köpfe und Beine, die Brauntöne variierten sehr. Das Durchschnittsgewicht eines Muttertieres betrug 1945 gerade einmal 35 kg. Durch die Einkreuzung von Böcken anderer Rassen wurde das Durchschnittsgewicht auf ca. 60 kg erhöht. Erst im Jahr 1966 wurde das Coburger Fuchsschaf von der DLG als Landrasse anerkannt. 130 Muttertiere konnten in das Herdenbuch aufgenommen werden. Trotz stetiger Beliebtheit, der sich das Coburger Fuchsschaf erfreuen kann, ist der Erhalt der Rasse nach wie vor nicht völlig gesichert.

Rassebeschreibung Coburger Fuchsschafe

Beschreibung:
Mittelgroßes, ebenmäßiges Landschaf. Der hornlose, schmale, edle Kopf ist bis hinter die Ohren unbewollt, von goldgelber bis rotbrauner Farbe (Goldfuchs, Rotfuchs), gelegentlich mit kleiner Schaupe und leichter Ramsnase. Die Brust ist leicht vorgeschoben. Der tiefe, mittellange Körper hat einen festen, geraden Rücken, der in ein mittellanges Becken übergeht. Die Beine sind feinknochig, unbewollt, von gleicher Farbe wie der Kopf. Trockenes Fundament und feste Fesseln, Hinterbeinstellung leicht gewinkelt. Die langwachsende Wolle liegt im C-D-Bereich (33 bis 36 Mikron). Das Vlies der neugeborenen Lämmer ist rotbraun und hellt mit zunehmendem Alter auf, wird aber auch bei erwachsenen Tieren nicht weiß. Für alle Schläge kennzeichnend ist ein goldener bis rotbrauner Schimmer, man spricht vom "Goldenen Vlies".

Leistungen:
Widerstandsfähig, genügsam, dabei futterdankbar, fruchtbar und langlebig. Gute Marsch- und Pferchfähigkeit. Einsetzbar in Koppel- und Hütehaltung, zunehmend auch zur Landschaftspflege. Das zartfaserige Fleisch hat einen wildähnlichen Geschmack.
Wollleistung: Böcke 4 bis 5 kg, Mutterschafe 3 bis 4 kg
Zuchtleistung: Fruchtbarkeit von 130 bis über 180%, abhängig von Haltung und Veranlagung. Zum Teil asaisonaler Brunstzyklus. Erste Zulassung in der Regel im Alter von 12 bis 18 Monaten.

Gewichte:
Altböcke 80 bis 100 kg, Jährlingsböcke 50 bis 70 kg, Mutterschafe 55 bis 75 kg, Jährlingsschafe 45 bis 55 kg

Information: Arbeitsgemeinschaft deutscher Fuchsschaf-Züchter, Sitz: Mitwitz/Ofr

 

 

© 2009 Bezirk Oberfranken